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Felynne

Felynne Graukatze

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Es gibt momente, die bestimmen ein leben, es gibt sätze, die, so leicht sie auch gesprochen sein mögen für einen menschen wirkungsvoller sind als der mächtigste zauberspruch. felynne wußte es noch nicht, aber dies war so ein moment, dies war so ein satz.

"felynne, du bringst heute zwei dutzend eimer kuhdung auf die wiese hinter dem haus!"

das kleine bauersmädchen war arbeit gewohnt. sie half ihrer mutter in der küche und wurde von der tochter der näherin, die bei ihnen als magd aushalf in handarbeiten angeleitet. nun, da sie größer und kräftiger wurde, war es an der zeit, dass sie auf dem feld half. sie war dabei nicht ungeschickt. doch irgendetwas geschah zwischen dem zwölften und dem dreizehnten eimer kuhdung mit ihr. ihr vater fand den eimer auf halbem weg weggeworfen, von felynne keine spur, nie wieder.

er sollte siene tochter nur noch einmal wiedersehen und sie mit den worten "ich habe keine tochter mehr" für immer aus seinem leben streichen.

dies ist die geschichte von felynne, die auf der straße den namen "die graukatze" erhielt, denn grau, das war die farbe, in der sie ihr leben malte, grau wie die schatten, grau wie der raum zwischen gut und böse, grau wie der staub der straße. und einer katze glich die anmut ihrer bewegungen, die wankelmütigkeit ihres sinnes und die gediegenheit ihrer ziele und freuden.

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schnelle flinke finger, sie finden ihren weg in so manchen beutel.

leise, sanfte füße, treten geräuschlos in den schatten.

weinende ehrliche augen öffnen manche verschlossene tür und lösen manche zupackende hand

felynne ist eine begabte diebin, und für eine weile reicht es, dass sie überlebt.

doch die winter sind hart im breeland und die nächte kalt und einsam,

sie will mehr, sie braucht mehr.

das geschäft wird schwerer und schwerer. mehr und mehr gerüstete, bewaffnete und argwöhnischere leute durchwandern die straßen

die länder werden unsicher und die zeit für kleine diebe ist hart geworden. als felynne einen ihrer kollegen trifft, der fröhlich und gut genährt wirkt und ihr von seinen neuen freunden, den band rund um bree erzählt, stimmt ihr knrrender magen ihm zu, sie zu ihnen zu führen.

die schwarzwolds sind dumm und roh. sie mag sie sofort nicht. dennoch geht sie mit ein paar anderen dummen tölpeln gemeinsam los, zur aufnahmeprobe. ein bauernhaus gilt es zu verbrennen. felynne ist nicht gebildet genug, sich der doppeldeutigkeit dieser tat bewußt zu werden. und so weiss sie es auch nicht zu schätzen, dass sie an diesem abend über einen weißen stein stolpert und stürtzt. ein soldat aus bree wird ihr beizeiten aufhelfen und ihre beule mit einem knüppelhieb ebenfalls zum weiteren sich aufrichten verhelfen.

töricht, dumm, gefangen und gerade noch einmal dem abgrund entgangen. dennoch erwartet sie nun ein anderer, sehr viel direkterer abgrund, der kerker

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es ist schmutzig und kalt. daran werde ich mich nie gewöhnen. und der schmutz hier drinnen hat eine ganz andere qualität an ekligkeit. ich sitze in die ecke gekauert, für weiteres weinen bin ich mittlerweile zu schwach. hunger zerdrückt mir den bauch. ich höre schritte der wächter, schaue nicht auf, einen rest stolz habe ich noch, zudem kann es gefährlich sein, an einem ort wie diesem blickkontakt zu haben. die tür flieegt auf, die schritte nähern sich mir mit bestimmtheit. 100 bilder jagen durch meinen kopf, was einem mädchen wie mir an einem ort wie diesem passieren kann. feste hände packen meine arme. sie scheren sich nicht darum, mich auf die beine zu stellen, sie schleifen mich hinaus.

nun wird etwas furchtbares geschehen, einer der momente, der mein leben verändern wird. der pranger? der galgen? nur prügel oder misshandlung? ich bin zu schwach und müde zum kämpfen, nicht einmal schreien will mir gelingen, nur ein kleiner wimmernder laut. ich werde in einen hellen saal gebracht und einfach fallen gelassen. die sonne verbrennt mir die augen und nur langsam formt sich en bild meiner umgebung. gut gekleidete bürger, alle sehr ernst und geschäftig. ich werde auf eine bank gezogen, sie sprechen über mich. eine böse stimme und eine sanfte versuchen mich zu beschreiben. die worte vreschwimmen in meinem nebligen kopf.

am ende falle ich einfach von der bank.

als ich erwache, liege ich auf einer matte aus stroh, weich wie eine prinzessin. eine besorgte alte wischt mir das gesicht mit kühlem frischem wasser. ich bin verwirrt über so viel pflege. es dauert noch einige stunden und eine gute mahlzeit, bis ich aufrecht stehend mein quartier im dienstbotenbereich des gefängnisses betrete. hier werde ich nun meinen weg zurück in die ehrhaftigkeit beginnen sollen. ich weiss nicht, ob ich erleichtert sein soll, im augenblick bin ich verwirrt und bedrückt.

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morgens arbeit auf den feldern

mittags arbeit in der gefängnisküche

abends flicken und nähen der gefängniswäsche

so hatte ich mir mein leben nicht vorgestellt. im grunde ist es fast so wie auf dem hof meiner eltern. der aufseher für uns zum arbeitsdienst verurteilte ist ein stattlicher junger bursche. neu in der stadtwache, da es nun viel zu tun gibt. unsere augen treffen sich desöfteren, und ich genieße die gänsehaut einen augenblick, bevor ich wieder weiter schuften muss.

eines abends passiert, was passieren musste, und die abwechslung tat mir gut. nie hätte ich gedacht, was es noch mit sich bringen würde.

als ich ihn beim ankleiden betrachte und auf einem strohhalm aus meinem haar herumkaue, blickt er sich verschämt nach mir um. ich liege noch immer auf dem strohhaufen in der scheune, meine wangen noch angenehm nachglühend. er räuspert sich und sagt in geschäftigem tonfall, wieder ganz der gefängniswächter:

"felynne, der richter sagte heute etwas, dass einige der besonders bewährten häftlinge eingesetzt werden sollen, zu beweisen, dass sie ehrbare menschen sind. ich habe dich vorgeschlagen"

ich brumme nur, scheinbar gelassen, denn ich weiß noch nicht, was das bedeuten soll. die aufregung stellt sich später ein

am nächsten tag, als man mir meine kleidung gibt und mit einem strengen blick meine beiden dolche in die hand drückt, kann ich meine aufregung kaum verbergen, kichere wie ein kleines kind zum yule-fest. mir wird ein alter ausbilder der armee vorgestellt und sein griesgrämiges gesicht allein läßt mein kichern für viele wochen verstummen.

Felynne

Rekrut

Beiträge: 28

Registriert: So 4. Dez 2011, 01:18

Private NachrichtE-Mail senden an Felynne

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